Die Argentinische Waldschabe (Blaptica dubia) ist ein lebendgebärendes, kletterunfähiges und sehr nährstoffreiches Futterinsekt aus Süd- und Zentralamerika. Sie eignet sich für viele carnivore Reptilien, Amphibien, Vögel und Kleinsäuger und gilt in der Terraristik als besonders sauberes und geruchsarmes Futtertier.
Inhaltsverzeichnis
- Was ist die Argentinische Waldschabe?
- Vorteile als Futterinsekt
- Haltung der Argentinischen Waldschabe
- Ernährung der Waldschaben
- Lebenszyklus und Zucht
- Häufige Fragen zur Argentinischen Waldschabe
Was ist die Argentinische Waldschabe?
Die Argentinische Waldschabe (Blaptica dubia) ist eines der beliebtesten Futterinsekten der Terraristik – eine lebendgebärende, kletterunfähige Schabenart aus dem südlichen Südamerika. Sie wird im englischsprachigen Raum „Orange-spotted Cockroach" oder kurz „Dubia roach" genannt. Belegte Verbreitungsschwerpunkte liegen in Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay. Im Handel verfüttert wird sie an Bartagamen, Pantherchamäleons, Jemenchamäleons, Steppenwarane, Geckos und viele andere Echsen. Auch Vogelhalter und Halter kleiner Säuger nutzen sie regelmäßig.
Adulte Tiere werden rund 4 bis 5 cm lang. Die Färbung ist dunkelbraun bis schwarz, oft mit hell-orange Strichelung oder schwachen Flecken auf dem Rücken. Männchen und Weibchen unterscheiden sich deutlich: Männchen sind vollständig geflügelt und können einen Fall kontrolliert abbremsen, aber nicht aktiv Höhe gewinnen. Weibchen tragen nur kurze Flügelstummel („Wing Stubs") und sind komplett flugunfähig.
Vorteile als Futterinsekt
Die Argentinische Waldschabe hat gegenüber anderen Futterinsekten praxisrelevante Vorteile:
- Nicht kletterfähig: An glatten Flächen kommen die Tiere nicht hoch. Eine offene Faunabox reicht in der Regel als Behälter.
- Nicht flugfähig: Männchen gleiten höchstens kurze Strecken, Weibchen können gar nicht fliegen. Entwischte Tiere sind leicht wieder einzufangen.
- Nicht heimisch: In mitteleuropäischen Wohnungen ist eine Etablierung entkommener Tiere unter typischen Bedingungen unwahrscheinlich. Sie brauchen tropische Wärme und Feuchte für eine Population, die in Wohnungen so nicht vorkommen.
- Lebendgebärend: Sie tragen ihre Eikapsel (Oothek: das verhornte Eigehäuse, typisch für Schaben) im Hinterleib und entlassen die Jungen direkt – wie viele andere Vertreter der Riesenschaben-Familie Blaberidae. Sie müssen keine Gelege absammeln, was die Zucht stark vereinfacht.
- Sehr geruchsarm: Im Vergleich zu Heimchen oder Grillen halten Waldschaben den Behälter weitgehend geruchsfrei.
- Hohe Nährstoffdichte: Adulte Tiere haben ein günstiges Protein-Fett-Verhältnis und werden von vielen Reptilien gerne angenommen.
Im Handel werden Argentinische Waldschaben in drei Größen angeboten: klein, mittel und groß. So finden Sie für jede Reptilienart und jedes Tieralter die passende Beuteinsekt-Größe.
Die Argentinische Waldschabe kombiniert drei Eigenschaften, die kein anderes Massenmarkt-Futterinsekt in dieser Kombination bietet: Kletterunfähigkeit, Lebendgebären und fehlendes Einbürgerungsrisiko in Mitteleuropa. Das macht sie zur wartungsärmsten Vorrats-Option für Reptilienhalter.
Haltung der Argentinischen Waldschabe
Eine Faunabox mit Deckel, ein Kunststoff-Aufzuchtbehälter oder ein kleines Aquarium genügen als Behälter. Glatte Wände reichen aus, weil die Tiere weder klettern noch fliegen. Wichtig: Silikonfugen, raue Kanten oder Kratzer im Kunststoff bieten den Tieren trotzdem Halt – ein Deckel ist deshalb obligatorisch. Eierkartons als Versteck- und Klettermöglichkeit vergrößern die nutzbare Fläche und bieten Rückzug während der Häutung.
Für die reine Vorratshaltung reichen 18 bis 24 °C, dort bremst sich der Stoffwechsel und die Tiere bleiben länger frisch. Für eine eigene Zucht steigern Sie auf rund 28 bis 30 °C, höhere Temperaturen beschleunigen Häutung und Geschlechtsreife deutlich. Eine hohe Luftfeuchtigkeit ist nicht nötig, gute Belüftung dagegen schon. Staunässe ist zu vermeiden, sonst leiden Häutung und Hygiene. Reinigen Sie den Behälter regelmäßig und entfernen Sie Futterreste, bevor sie schimmeln.
Für die Argentinische-Schaben-Kategorie im Shop führen wir alle drei Größen sowie passendes Zubehör.
Ernährung der Waldschaben
Als Allesfresser nehmen Argentinische Waldschaben ein breites Spektrum an. Bewährt ist eine Kombination aus Frischfutter und Trockenfutter:
- Frischfutter: Apfel, Karotte, Zucchini, Löwenzahn, Wiesenkräuter, ungespritztes Gemüse. Wasserreicher Salat (Eisberg, Kopfsalat) ist ernährungsphysiologisch schwach und nur als gelegentliche Beigabe sinnvoll.
- Trockenfutter: Spezielles Schaben- oder Insektenfutter als Basis. Vegetarische Hundeflocken oder kleine Mengen hochwertiges Fischfutter dienen als gelegentlicher Protein-Booster, nicht als Hauptfutter.
- Wasser: Über Wassergel oder eine kleine Tropftränke. Bei ausreichend frischem Obst und Gemüse decken die Tiere ihren Wasserbedarf bereits darüber.
Vorsicht bei tierischem Protein: Hundeflocken und Fischfutter sind nährstoffreich, ein zu hoher Anteil führt aber zu erhöhter Harnsäure in den Schaben. Bei Wüstenechsen kann das auf Dauer Gicht-Risiken erhöhen. Halten Sie tierisches Protein deshalb als gelegentliche Beigabe, nicht als Hauptfutter.
Entfernen Sie nicht gefressenes Frischfutter nach spätestens zwei Tagen, sonst entsteht Schimmel im Behälter. Wer die Waldschaben vor dem Verfüttern besonders nährstoffreich auflädt, füttert sie ein bis zwei Tage vorher gezielt mit frischem Grün und hochwertigem Trockenfutter (Gut-Loading: das Futterinsekt als Nährstoffträger aufladen, dessen Qualität direkt das Reptil erreicht).
Lebenszyklus und Zucht
Nach einer Tragzeit von rund sieben bis neun Wochen entlässt ein Weibchen zwischen 20 und 40 Jungtiere direkt aus dem Hinterleib. Die Eikapsel verbleibt bis zum Schlupf im Brutsack im Inneren des Weibchens, eine bei den Riesenschaben (Blaberidae) verbreitete Strategie.
Argentinische Waldschaben wachsen langsam: Vom Schlupf bis zur letzten Häutung zum Vollinsekt (Imago) vergehen bei rund 30 °C etwa fünf Monate (Laborwerte um 149 Tage). Sechs bis acht Wochen nach der finalen Häutung erreichen die Tiere die Geschlechtsreife, und der Zyklus startet neu. Die Lebenserwartung adulter Tiere liegt bei guter Haltung bei 1,5 bis 2 Jahren, Weibchen leben meist etwas länger.
Wer eine eigene Zucht aufbauen will, braucht eine Gruppe aus mehreren Weibchen und einem bis zwei Männchen, einen warmen Behälter (28 bis 32 °C) mit Eierkartons und ein konstantes Futterangebot. Mehr Aufwand ist es kaum – aber kalkulieren Sie die lange Generationsdauer von rund einem halben Jahr ein, bevor die ersten Nachkommen selbst reif sind.

Häufige Fragen zur Argentinischen Waldschabe
Was sind Argentinische Waldschaben?
Argentinische Waldschaben (Blaptica dubia) sind ein in Süd- und Zentralamerika beheimatetes Futterinsekt. Sie sind kletterunfähig, flugunfähig, lebendgebärend und in der Terraristik als sauberes, geruchsarmes Futtertier sehr beliebt.
Wie groß werden Argentinische Waldschaben?
Adulte Tiere erreichen rund 4 bis 5 cm. Im Handel sind sie in drei Größen erhältlich: klein, mittel und groß, passend für unterschiedliche Reptilien und Lebensphasen.
Können Argentinische Waldschaben fliegen?
Männchen sind vollständig geflügelt, können aber nicht aktiv fliegen, höchstens kurze Gleitstrecken zurücklegen. Weibchen tragen nur Flügelstummel und sind komplett flugunfähig.
Können sich entwischte Waldschaben in der Wohnung vermehren?
Unter typischen Wohnungsbedingungen extrem unwahrscheinlich. Argentinische Waldschaben brauchen tropische Temperaturen und Luftfeuchte, die in normal beheizten Wohnungen nicht erreicht werden. Einzelne Ausreißer kommen daher in der Regel nicht zur Vermehrung.
Welche Temperatur brauchen Argentinische Waldschaben?
Für reine Vorratshaltung reichen 18 bis 24 °C, weil der Stoffwechsel dort gebremst ist und die Tiere länger frisch bleiben. Für eine eigene Zucht steigern Sie auf 28 bis 32 °C, dort verläuft Häutung und Entwicklung deutlich schneller.
Was fressen Argentinische Waldschaben?
Sie sind Allesfresser. Frischfutter wie Apfel, Karotte, Blattsalat, Löwenzahn oder Wiesenkräuter plus ein Trockenfutter aus Schaben-Spezialfutter, vegetarischen Hundeflocken oder hochwertigem Fischfutter. Wasser über Wassergel oder Tropftränke.
Wie züchte ich Argentinische Waldschaben?
Eine Zuchtgruppe aus mehreren Weibchen und ein bis zwei Männchen, eine Faunabox mit Eierkartons, Temperatur 28 bis 32 °C und ein konstantes Futterangebot reichen aus. Weibchen entlassen nach rund sieben bis neun Wochen Tragzeit 20 bis 40 lebendgeborene Jungtiere. Die Jungen brauchen bei Zuchttemperaturen rund fünf Monate bis zur Geschlechtsreife – kalkulieren Sie die lange Generationszeit ein.
Weiterführende Fachquellen: Wikipedia – Blaptica dubia · DGHT – Deutsche Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde · Merck Vet Manual – Nutrition in Reptiles