Versand von Montag bis Freitag
Futterinsekten Abo
19 Jahre Erfahrung
Versandkostenfrei ab 75 Euro (deutschlandweit)

Nachzucht von Pantherchamäleons (Furcifer pardalis)

Pantherchamäleon Zucht: Paarung, Eiablage, Inkubation und Aufzucht

Im natürlichen Lebensraum erstreckt sich die Paarungszeit von Pantherchamäleons etwa von Dezember bis April, also von der Regenzeit bis zum Beginn der Trockenzeit. Aufgrund abweichender Klimabedingungen im Terrarium verlagert sich die Fortpflanzung häufig auf März bis August oder ist bei gleichmäßigen Bedingungen auch ganzjährig möglich.

Paarungsbereitschaft und geeignetes Alter

Die Männchen sind nahezu immer paarungsbereit, Weibchen dagegen nur periodisch. Auch wenn einige Weibchen bereits früher geschlechtsreif wirken, sollten Pantherchamäleons frühestens ab einem Alter von zwölf Monaten verpaart werden. Zu junge Weibchen haben ein erhöhtes Risiko für Legenot oder können nach Trächtigkeit und Eiablage stark geschwächt sterben.

Männchen werden durch eine Paarung deutlich weniger belastet und können ab etwa sechs Monaten verpaart werden.

Balz und Paarung bei Furcifer pardalis

Bei der Zusammenstellung eines geeigneten Zuchtpaares sollte darauf geachtet werden, nur Tiere der gleichen Lokalform miteinander zu verpaaren. Vor der Kopulation zeigen Pantherchamäleons ein interessantes Balzritual. Das Männchen nähert sich unter Kopfnicken und im sogenannten Schaukelschritt dem Weibchen.

Dabei präsentiert es seine größtmögliche Breitseite und sein intensivstes Farbkleid. Ein paarungsbereites Weibchen bleibt zunächst ruhig und zeigt meist eine helle, beige bis leicht rosafarbene Färbung. Ist das Weibchen nicht paarungsbereit, droht es, flieht oder attackiert das Männchen.

Nach erfolgreicher Paarung sollten beide Tiere wieder getrennt werden, um Stress und Verletzungen zu vermeiden.

Trächtigkeit und Vorbereitung der Eiablage

Nach erfolgreicher Paarung nimmt der Bauchumfang des Weibchens schnell zu. Nach etwa drei Wochen zeichnen sich die Eier zunehmend unter der Bauchhaut ab. In dieser Phase steigt der Appetit deutlich, und eine ausreichende Versorgung mit Mineralstoffen und Vitaminen ist besonders wichtig.

Während der Trächtigkeit benötigt das Weibchen viel Ruhe. Wenige Tage vor der Eiablage werden die Tiere oft unruhig und beginnen mit Probegrabungen. Jetzt sind optimale Ablagebedingungen entscheidend, um Legenot zu vermeiden.

Eiablage beim Pantherchamäleon

Für die Eiablage sollte entweder ein ausreichend tiefer Bodengrund oder ein geeigneter Ablagebehälter mit leicht feuchtem Sand-Erde-Gemisch bereitstehen. Etwa 30 bis 35 Tage nach der Paarung gräbt das Weibchen einen tiefen Gang, legt dort meist nachts 25 bis 35 Eier ab und verschließt die Höhle anschließend sorgfältig.

Häufig können Weibchen durch Vorratsbefruchtung mehrere Gelege ohne erneute Paarung absetzen. Dabei nimmt die Quote befruchteter Eier meist ab.

Inkubation der Pantherchamäleon-Eier

Die Eier sollten innerhalb von ein bis zwei Tagen vorsichtig aus dem Ablagesubstrat entnommen und in kleine Boxen mit leicht feuchtem Vermiculit oder Perlite überführt werden. Dabei darf die Lage der Eier nach den ersten Stunden nicht mehr verändert werden, da die Embryonen sonst absterben können.

Die Eier werden zu etwa zwei Dritteln im Brutsubstrat eingebettet und bei etwa 25 °C sowie rund 80 % Luftfeuchtigkeit inkubiert. Die Inkubation dauert unter diesen Bedingungen ungefähr sieben Monate. Regelmäßige Kontrollen helfen, verdorbene Eier rechtzeitig zu entfernen und die Feuchtigkeit stabil zu halten.

 Pantherchamäleon Schlupf der Jungtiere

Schlupf der Jungtiere

Kurz vor dem Schlupf perlen Tropfen von der Eischale, und die Eihülle fällt ein. Der Schlupf beginnt, wenn das Jungtier mit dem Eizahn ein Loch in die Schale schlitzt. Vom ersten Öffnen bis zur vollständigen Befreiung kann es mehrere Stunden dauern.

Die Jungtiere liegen anfangs zusammengerollt im Substrat, werden aber bald aktiv. Nach etwa einem Tag können sie in ein kleines Aufzuchtterrarium überführt werden.

Aufzucht der Pantherchamäleon-Jungtiere

Je nach Schlupfergebnis müssen häufig 20 bis 30 Jungtiere aufgezogen werden. Eine Gruppenhaltung von etwa fünf Tieren in kleinen Aufzuchtterrarien ist für die ersten Wochen möglich, sofern die Tiere nach Größe sortiert werden und keine Stressreaktionen zeigen.

Wichtig sind UV-Licht, eine passende Wärmelampe, hohe Luftfeuchtigkeit und gute Luftzirkulation. Staunässe muss unbedingt vermieden werden. Die Temperaturen sollten tagsüber nicht über 27 °C und nachts nicht unter 20 °C liegen.

Einrichtung und Fütterung der Jungtiere

Aufzuchtterrarien sollten aus hygienischen Gründen möglichst ohne Bodensubstrat betrieben werden. Kleine, dicht wachsende Pflanzen wie Ficus, Asparagus oder Gräser sowie viele dünne Kletteräste bieten Versteckmöglichkeiten, Schlafplätze und Struktur.

Von Anfang an benötigen die Jungtiere ausreichend vitaminisierte und abwechslungsreiche Nahrung. Das Wachstum sollte nicht zu schnell erfolgen, da ein zu rasches Wachstum das Risiko für Rachitis erhöhen kann.

Weitere Informationen zum Pantherchamäleon

Weitere Informationen über Herkunft, Entwicklungsgeschichte, Haltung, Paarung, Zucht und Krankheiten des Pantherchamäleons finden Sie im Buch Das Pantherchamäleon – Furcifer pardalis.

1. Auflage März 2011
Seiten: 131
Fotos: 87
Bindung: broschiert
Erschienen im Kleintierverlag
Preis: 14,80 €

Herzlichst
Ihr Dr. Carsten Schneider

Bitte geben Sie die Zeichenfolge in das nachfolgende Textfeld ein.

Die mit einem * markierten Felder sind Pflichtfelder.