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Verhalten von Pantherchamäleons (Furcifer pardalis)

Weibliches Pantherchamäleon beim Beutefang

Verhalten
Pantherchamäleons sind tagaktiv und gegenüber Artgenossen unverträgliche Einzelgänger. Wenn sich zwei Tiere begegnen, reagieren sie mit kurzen Nickbewegungen aufeinander und checken dabei Geschlecht, Größe und Stimmung des Gegenübers ab.
Spektakulär sind die Begegnungen kontrahierender Männchen. Diese präsentieren sich gegenseitig bereits aus einiger Distanz ein manchmal schrill buntes Farbkleid und ihren seitlich abgeflachten, vergrößerten Körper. Meist verzieht sich dann der Eindringling oder das kleinere Tier. Begegnen sich aber gleichstarke Tiere, kommt es zu einem sogenannten Kommentkampf, der nach festen Regeln abläuft. Die Kontrahenten gehen dann in vollster Farbenpracht und mit maximal vergrößertem Körper langsam aufeinander zu und öffnen fauchend und zischend ihre Mäuler. Wenn nicht bereits jetzt einer der Gegner aufgibt, kommt es zu heftigen Stößen und Beißereien, bis das unterlegene Tier – ganz dunkel geworden – das Weite sucht. Auf der Flucht sind sie erstaunlich schnell und sogar zu kleinen Sprüngen fähig. Schwere Verletzungen mit tödlichem Ausgang kommen bei den Kämpfen zum Glück selten vor.

Den Weibchen gegenüber sind die Männchen nicht aggressiv. Im Gegenteil, nicht paarungsbereite Weibchen können sogar allzu aufdringliche Männchen androhen und attackieren. Ein Verhalten, das sie in abgeschwächter Form manchmal auch anderen Weibchen gegenüber zeigen.

Dem Menschen gegenüber verhält sich das Pantherchamäleon zumeist recht ruhig, was den Umgang mit ihnen erheblich erleichtert. Die Tiere lernen schnell ihre Umgebung und ihren Pfleger kennen und zeigen dann sehr bald keine Anzeichen von Stress mehr. Gelegentlich konnte ich ein Kopfnicken bzw. Körperzittern als Reaktion auf das Erblicken eines Menschen beobachten. Chamäleon-Männchen zeigen manchmal Imponiergehabe auf den menschlichen „Kontrahenten“, wenn dieser z. B. bunte Kleidung trägt. Fühlen sich Chamäleon bedroht, können sie auch schmerzhaft in die Hand des Pflegers beißen.

Gehör- und Geruchssinn sind bei Chamäleons nur sehr schwach ausgeprägt. Ihnen fehlt das Trommelfell, was ein nur begrenztes Hörvermögen bedingt. Jedoch werden niedrigfrequente Vibrationen über den Körper wahrgenommen (NECAS 1999). Auch ein nicht sehr differenzierter Geschmackssinn wird nach neuesten Erkenntnissen vermutet.

Die hochspezialisierten Augen können in der Horizontalen um etwa 180° und in der Vertikalen um etwa 90° unabhängig voneinander bewegt werden. Die Chamäleons haben somit, ohne ihren Kopf zu bewegen, einen fast kompletten Rundumblick. Unermüdlich suchen sie die Umgebung nach Artgenossen, Feinden oder Beute ab. Erst zum Scharfstellen auf eine Beute peilen beide Augen dasselbe Objekt an.

In Anpassung an ihre Lebensweise haben Chamäleons eine einmalige und beeindruckende Jagdmethode entwickelt. Sie lauern meist als „sit and wait“-Jäger versteckt auf mögliche Beu e, z. B. Insekten, die dann mit ihrer extrem verlängerten Zunge regelrecht abgeschossen wird. Innerhalb von Bruchteilen einer Sekunde wird die Beute ins Maul befördert. Hierbei wird diese vom keulenförmigen Zungenmuskelende umklammert und zusätzlich von einem klebrigen Sekret gehalten. Der Zungenschuss ist ein komplexer Vorgang und erreicht die erstaunliche Schussweite von etwa der Gesamtlänge des Chamäleons. Furci fer pardalis kann aber auch ohne Zungenschuss Nahrung in seiner Nähe mit dem Maul direkt packen. Insbesondere kranke oder ältere Tiere mit Zungenschwäche machen so dauerhaft Beute.

Adulte Pantherchamäleons haben recht konservative Schlafgewohnheiten und suchen nachts meist denselben, möglichst bequemen und stabilen Ast im Terrarium auf. Dann haben sie ein deutlich helleres Farbmuster. Die leichten Jungtiere bevorzugen dagegen als Schlafplatz die obersten Blätter und feinen Astenden.


Weitere Informationen über Herkunft, Entwicklungsgeschichte, Haltung, Paarung, Zucht und Krankheiten des Pantherchamäleons entnehmen Sie bitte meinem Buch:
Das Pantherchamäleon  - Furcifer pardalis
1. Auflage März 2011; Seiten: 131; Fotos: 87; Bindung: broschiert,

von Dr. Carsten Schneider, erschienen im Kleintierverlag

Preis: 14,80 €


Herzlichst

Ihr Dr. Carsten Schneider

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