Sortiment: Welche Futterinsekten wir führen
Folgende 9 Futterinsekten-Arten sind bei uns in unterschiedlichen Größen und Häutungsstadien verfügbar:
- Heimchen (Acheta domesticus): Klassiker mit weichem Chitin, ideal für junge Reptilien und Insektenfresser allgemein
- Steppengrillen (Gryllus assimilis): leiser als Mittelmeer-Feldgrillen, robust, gute Akzeptanz
- Mittelmeer-Feldgrillen (Gryllus bimaculatus): größer und nahrhafter als Heimchen, allerdings deutlich lautstärker
- Wanderheuschrecken (Locusta migratoria): tagaktiv, ziehen Licht an und verstecken sich selten, hohes Sichtangebot für Lauerjäger
- Wüstenheuschrecken (Schistocerca gregaria): kräftiger gebaut, höherer Proteinanteil
- Argentinische Waldschaben (Blaptica dubia): kletterfaul, lautlos, geruchsneutral, ideal als Zuchttier
- Mehlwürmer und Zophobas (Tenebrio molitor, Zophobas morio): Leckerli mit hohem Fettanteil
- Wachsmaden / Bienenmaden (Galleria mellonella): aus italienischer Wochenfrische, fettreich, Notration und Päppelfutter
- Goldfliegen, Ofenfischchen, Springschwänze, Weiße und Kubanische Asseln, Rosenkäferlarven: Nischenfutter für Geckos, Frösche und bioaktive Setups
Wir empfehlen, im Futterplan immer 2 bis 3 Insekten-Arten im Wechsel anzubieten. Eine einseitige Fütterung verursacht regelmäßig Mangelerscheinungen, selbst wenn das Hauptfutter qualitativ einwandfrei ist.
Nährwertprofil: Vergleich der 8 wichtigsten Arten
Die folgende Tabelle zeigt Richtwerte für die wichtigsten Futterinsekten in der Reptilienhaltung. Calcium-Phosphor-Verhältnis (Ca:P) ist der entscheidende Parameter für MBD-Prävention. Werte unter 1:1 (Calciummangel) müssen über Supplementierung ausgeglichen werden.
| Art | Protein % | Fett % | Ca:P-Verhältnis | Einsatzempfehlung |
| Heimchen |
20 |
6 |
1:7 |
Standardfutter, Calcium pudern |
| Steppengrille |
21 |
6 |
1:9 |
Standardfutter, Calcium pudern |
| Wanderheuschrecke |
22 |
4 |
1:8 |
Sichtjäger, Calcium pudern |
| Wüstenheuschrecke |
23 |
6 |
1:7 |
Sichtjäger, Calcium pudern |
| Argentinische Waldschabe (Dubia) |
21 |
7 |
1:3 |
Hauptfutter, mäßig Calcium |
| Mehlwurm |
20 |
13 |
1:18 |
Leckerli, max. 1× pro Woche |
| Zophobas |
20 |
17 |
1:18 |
Leckerli, max. alle 2 Wochen |
| Soldatenfliegenlarve |
17 |
18 |
1,5:1 |
natürliche Calciumquelle |
| Wachsmade |
16 |
28 |
1:8 |
Päppelfutter, Notration |
Bei allen Arten sinnvoll: Vor der Verfütterung Calciumpulver auf der Außenseite (Dusting).
Tier-zu-Futter-Matrix: Welches Insekt für welches Reptil
Die Auswahl der Futterinsekten richtet sich nach Maul-Größe, Aktivitätsmuster und ernährungsphysiologischem Bedarf der Reptilienart.
| Reptilienart | Hauptfutter | Wechselfutter | Leckerli |
| Pantherchamäleon |
Steppengrillen, Heuschrecken, Schaben |
Soldatenfliegenlarven, Heimchen |
Wachsmaden 1× pro Monat |
| Jemenchamäleon |
Heuschrecken, Schaben |
Heimchen, Steppengrillen |
Mehlwürmer selten |
| Bartagame (juvenil) |
Heimchen, kleine Heuschrecken |
Schaben, Soldatenfliegenlarven |
– |
| Bartagame (adult) |
Heuschrecken, Schaben, Insektenwechsel |
Pflanzlich (50 % Anteil) |
Mehlwurm/Zophobas selten |
| Leopardgecko |
Heimchen, Schaben, Mehlwürmer |
Soldatenfliegenlarven |
Wachsmaden 1× pro Monat |
| Kornnatter |
adulte Mäuse (Säugetier-Ernährung) |
– |
– |
| Taggecko (Phelsuma) |
kleine Heimchen, Steppengrillen |
Wachsmaden, Goldfliegen |
Obstmus |
| Pfeilgiftfrosch |
Springschwänze, Mikroheimchen |
Ofenfischchen, Drosophila |
– |
Bei Schlangen wie der Kornnatter entfällt das Insekten-Sortiment komplett, weil sie sich ausschließlich von Säugetieren ernähren. Pfeilgiftfrösche brauchen Mikrofutter wie Springschwänze und frisch geschlüpfte Drosophila.
Gut-Loading: Aus mageren Insekten nahrhafte Beutetiere machen
Gut-Loading bezeichnet die gezielte Anfütterung der Futterinsekten mit nährstoffreicher Nahrung 24 bis 48 Stunden vor der Verfütterung. Die Insekten geben die aufgenommenen Vitamine, Mineralien und Wirkstoffe direkt an das Reptil weiter. Ein magerer, abgemagerter Käferzuchten-Wildfang ist ernährungsphysiologisch fast wertlos, dasselbe Tier nach 48 Stunden Möhren-Kalziumchitten-Diät hingegen eine vollwertige Mahlzeit.
Gut-Loading-Mischung für Heimchen, Grillen und Schaben. Frische Möhren und Süßkartoffel-Stücke als Wasser- und Carotinoid-Quelle, Haferflocken oder Weizenkleie als Trockenkomponente, ein Esslöffel Calciumpulver pro Liter Substrat. Bei Insekten für Jungtiere und tragende Weibchen zusätzlich Vitamin-D3-Multivitaminpräparat alle 2 bis 3 Tage.
Gut-Loading für Heuschrecken. Heuschrecken brauchen Grünfutter als Hauptkomponente. Frisches Gras, Löwenzahn, Brennnessel oder spezielles Heuschrecken-Keimweizen-Futter. Eine Schale Futterkleie zur Feuchtigkeits-Ergänzung, weil Heuschrecken den Großteil ihres Wasserbedarfs über Futter decken.
Calciumpulver auf der Außenseite (Dusting). Direkt vor der Verfütterung werden die Insekten zb. im Hobby Cricket Vitamizer mit reinem Calciumpulver (Calciumcarbonat) bestäubt. Bei Innenhaltung mit schwacher UV-B-Belichtung zusätzlich Vitamin-D3-Präparat 1 bis 2 Mal pro Woche. Bei der Dosierung gilt: Eine Hypervitaminose schadet Reptilien stärker als ein leichter Vitaminmangel.
Lagerung: So bleiben Futterinsekten vital
Die Lagerung entscheidet darüber, ob die gelieferten Insekten 1 Woche oder 4 Wochen vital bleiben. Pro Art unterscheiden sich Temperatur, Luftfeuchte und Substrat deutlich.
Heimchen und Grillen. Glattwandige Plastikbox mit Gaze-Deckel, 20 bis 25 °C, Eierkartons als Verstecke und Kletterflächen. Tränke aus Wassergel oder Karotten- und Apfelstücken, da offene Wasserschalen die Ertrinkungsfalle sind. Fütterung über Haferflocken, Weizenkleie und Insektenfutter. Wir empfehlen einen sicher schließenden Deckel, weil Heimchen kletterfähig sind und über die Gaze-Ränder klettern können.
Heuschrecken. Geräumige Faunabox oder kleines Terrarium mit guter Belüftung, 25 bis 30 °C, geringe Luftfeuchte. Äste, Eierkartons oder Grasbüschel als Sitzgelegenheit. Eine separate Tränke ist überflüssig, der Wasserbedarf wird über unbehandeltes Grünfutter und Heuschrecken-Futter gedeckt.
Argentinische Waldschaben (Dubia). Glattwandige Box, 25 bis 30 °C, Luftfeuchte 60 bis 70 %, Substrat aus Kokoshumus oder Holzspänen. Eierkartons als Verstecke. Fütterung über Obst, Gemüse, Haferflocken und trockenes Hundefutter. Schaben sind die unkomplizierteste Art im Lagerungsalltag: lautlos, geruchsneutral, kletterfaul und mit langer Lebensdauer.
Mehlwürmer und Zophobas. Verdickte Plastikbox mit Substrat aus Weizenkleie oder Haferflocken, Raumtemperatur. Eine Möhrenscheibe als Wasserquelle, Wechsel alle 2 bis 3 Tage. Bei kühler Lagerung im Keller (10 bis 15 °C) verlängert sich die Lebensdauer auf 4 bis 6 Wochen.
Versand: Lebendfutter sicher nach Hause
Lebendfutter braucht Logistik, die das Tierwohl von Bestellung bis Ankunft sicherstellt. Wir verschicken Heimchen, Heuschrecken, Schaben und alle weiteren Insekten in belüfteten Spezial-Versandboxen mit Eierkartons als Stabilisator und Versteckmöglichkeit.
Sommerversand. Bei Außentemperaturen über 30 °C können Coldpacks mitbestellt werden, damit die Sendung im Paketraum kühl bleibt. Bei extremen Hitzewellen mit über 35 °C reduzieren wir den Versand auf gekühlte Express-Pakete oder verschieben auf die nächste Versandwoche.
Winterversand. Während der Wintermonate empfehlen wir den Versand von Futterinsekten in einer speziellen Winterverpackung, um die Tiere vor Kälte und Frost zu schützen. Die Verpackung besteht aus isolierenden Styroporeinlagen und einem Heatpack, das bis zu 40 Stunden lang Wärme erzeugt. Besonders bei Temperaturen unter 5 °C und Frost in der Nacht ist diese Schutzmaßnahme wichtig. Sollten die Insekten bei Ankunft bewegungslos wirken, handelt es sich häufig lediglich um eine natürliche Kältestarre. Bei Zimmertemperatur werden die Tiere in der Regel innerhalb kurzer Zeit wieder aktiv.
Versandtage. Wir versenden täglich von Montag bis Freitag frisch verpackte Futterinsekten. Bei Bestellungen bis ca 10:30-11:00 Uhr versenden wir teilweise noch taggleich.
Bienenmaden frisch aus Italien. Wachsmaden beziehen wir wöchentlich aus italienischer Erzeugung, weil eine längere Lagerung den Fettanteil und die Vitalität reduziert.
Häufige Halterfehler bei Futterinsekten
Folgende 5 Fehler treten in der Privathaltung regelmäßig auf und kosten Reptilien-Lebenserwartung.
- Zu großes Beutetier. Faustregel: Die Beutetier-Größe sollte maximal 2/3 der Kopfbreite des Reptils betragen. Größere Beutetiere führen zu Würgen, Schlundverstopfung und in schweren Fällen zum Tod. Im Zweifel kleiner wählen.
- Mehlwurm und Zophobas als Hauptfutter. Beide haben Ca:P-Verhältnisse um 1:18 und Fettanteile über 13 %. Als Hauptfutter führen sie zu Verfettung und Calciummangel, der die MBD befeuert. Maximal 1 Mal pro Woche als Leckerli.
- Mehlwurm-Gicht-Risiko. Mehlwürmer haben einen hohen Phosphoranteil und einen festen Chitinpanzer. Bei intensiver Verfütterung und mangelnder Hydration kommt es zu Harnsäureablagerungen in den Gelenken (Gicht).
- Einseitige Fütterung. Ein einziges Insekt liefert ein unvollständiges Nährstoffprofil. Wir empfehlen mindestens 2 bis 3 Arten im Wechsel, ergänzt durch eine natürliche Calciumquelle wie Soldatenfliegenlarven.
- Fehlendes Gut-Loading. Direkt aus der Versandbox verfütterte Insekten liefern fast nur Chitin und etwas Wasser. 24 bis 48 Stunden Gut-Loading sind die billigste und effektivste Verbesserung der Futterqualität.
Eigene Zucht: Wann sie sich lohnt
Wer mehr als 5 bis 7 insektenfressende Reptilien hält oder einen großen Verbrauch durch Jungtieraufzucht hat, kommt mit eigener Futterinsekten-Zucht günstiger und flexibler durch das Jahr. Wir führen das passende Zubehör für die Heimchen-, Grillen-, Schaben- und Mehlwurmzucht: Aufzucht-Container, Eierpappen-Sets, Heimchenfutter, Vermehrungs-Substrate.
Geeignete Arten für die Heimzucht sind Argentinische Waldschaben (lautlos, langlebig, unkompliziert), Heimchen und Grillen (schnelle Vermehrung), Mehlwürmer (anspruchslos) und Rosenkäferlarven (für Spezialisten). Heuschrecken sind in der Heimzucht aufwendig, weil Platzbedarf und Beleuchtung höher sind als bei den meisten Privathaltern wirtschaftlich.
Häufige Fragen
Welche Futterinsekten eignen sich für Bartagamen und Chamäleons?
Bartagamen und Chamäleons fressen bevorzugt Steppengrillen, Heimchen, Wüsten- und Wanderheuschrecken sowie Argentinische Waldschaben. Für eine artgerechte Ernährung sollten Sie 2 bis 3 Futterinsekten-Arten im Wechsel anbieten und Soldatenfliegenlarven als natürliche Calciumquelle ergänzen.
Wie lange bleiben lebende Futterinsekten nach der Lieferung frisch?
Bei korrekter Lagerung halten Heimchen und Grillen 7 bis 10 Tage, Heuschrecken 10 bis 14 Tage, Argentinische Waldschaben 3 bis 4 Wochen und Mehlwürmer im Kühlraum 4 bis 6 Wochen. Voraussetzung sind belüftete Boxen, art-passende Temperatur und Gut-Loading-Futter alle 2 bis 3 Tage.
Was bedeutet Gut-Loading bei Futterinsekten?
Gut-Loading bezeichnet das gezielte Anfüttern der Futterinsekten mit nährstoffreicher Nahrung wie Möhren, Süßkartoffel, Haferflocken und Calciumpulver 24 bis 48 Stunden vor der Verfütterung. Die Reptilien nehmen die Vitamine und Mineralstoffe über die Insekten auf.
Wie oft sollten Reptilien mit Futterinsekten gefüttert werden?
Juvenile Reptilien bekommen täglich kleine Portionen, subadulte alle 2 bis 3 Tage, adulte 2 bis 3 Mal pro Woche. Regelmäßige Fastentage helfen, eine Verfettung zu vermeiden. Hochproteinige Mauern wie Bartagamen reduzieren mit zunehmendem Alter den tierischen Anteil auf 30 bis 50 %.
Sind Mehlwürmer schädlich für Reptilien?
Mehlwürmer sind als Bestandteil eines abwechslungsreichen Futterplans unproblematisch. Wegen des Ca:P-Verhältnisses von 1:18 und des Fettanteils von 13 % eignen sie sich allerdings nur als Leckerli, statt als Hauptfutter. Maximal 1 Mal pro Woche.
Wann ist Lebendfutter zwingend, wann reicht Trockenfutter?
Bei Chamäleons ist Lebendfutter zwingend, weil sie ausschließlich auf den Bewegungsreiz reagieren. Bartagamen, Bartagamen und Leopardgeckos akzeptieren Trockeninsekten als Ergänzung, vor allem nach Vitaminisierung. Wir empfehlen Trockenfutter ausschließlich als Backup, wenn die Lebendfutter-Lieferung verzögert eintrifft.
Wie verpacken Sie Lebendfutter im Sommer?
Wir verpacken Heimchen, Grillen und Schaben in belüfteten Versandboxen mit Eierkartons als Versteck. Weiterhin sind sind die Umkartons teilweise gelocht um Stauwärem nach aussen ab zu leiten. Bei Außentemperaturen über 30 °C kann auch ein Coldpack mitbestellt werden. Versand von Montag bis Freitag täglich und bei Bestellung bis ca 11 Uhr auch noch taggleicher Versand.